Wichtige Krankheitsbilder
Herzerkrankungen können viele Formen annehmen – und jede erfordert eine passende Behandlung. Wir stellen Ihnen die vier wichtigsten Krankheitsbilder vor: Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz. Erfahren Sie mehr über typische Symptome, moderne Therapieoptionen und wichtige Schritte für Ihre Herzgesundheit.
Herzinfarkt
Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der durch den plötzlichen Verschluss eines Herzkranzgefäßes ausgelöst wird. Teile des Herzmuskels werden dadurch nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Typische Warnsignale sind akute, schwere Schmerzen oder ein starkes Engegefühl im Brustkorb, die in den linken Arm, den Hals, den Rücken oder den Oberbauch ausstrahlen können. Häufig kommen Atemnot, Kaltschweißigkeit, Angst und Übelkeit hinzu.
Wichtig: Bei Frauen können die typischen Brustschmerzen fehlen – hier äußert sich ein Infarkt oft unspezifisch durch plötzliche Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Oberbauch.
Zögern Sie bei Verdacht keine Sekunde: Wählen Sie sofort den Notruf 112!
Therapie
In unserem modernen Herzkatheterlabor steht unser Expertenteam rund um die Uhr (24/7-Bereitschaft) bereit. Mittels einer minimalinvasiven Herzkatheteruntersuchung können wir das verschlossene Gefäß sofort lokalisieren, mit einem kleinen Ballon öffnen und durch das Einsetzen einer Gefäßstütze (Stent) den Blutfluss dauerhaft wiederherstellen. Je schneller diese Behandlung erfolgt, desto mehr Herzmuskelgewebe kann gerettet werden.
Schlaganfall
Der Schlaganfall ist in den meisten Fällen ischämisch bedingt, das bedeutet, verursacht durch eine Durchblutungsstörung – entweder durch eine Gefäßerkrankung oder ein verschlepptes Blutgerinnsel (Embolie). Es handelt sich demzufolge sehr oft um eine systemische Gefäßerkrankung oder um eine internistische kardiologische Grunderkrankung. Bei einem Schlaganfall treten Symptome wie etwa Sprachstörungen oder halbseitige Lähmungen auf.
Diagnostik & Therapie
Beim Verdacht auf einen Schlaganfall erfolgt eine schnelle Abklärung durch bildgebende Verfahren und eine telemedizinische Vorstellung in der Neurologie des Universitätsklinikums Jena. In den ersten 4,5 Stunden nach Symptombeginn kann eine Lysetherapie angezeigt sein. Dabei wird ein Medikament verabreicht, um die Durchblutung bei dem mit einem Blutpfropf verschlossenen Gefäß wiederherzustellen. Diese Therapie beginnt bereits in der Notaufnahme und wird auf der Intensivstation vollendet. Eine frühe Rehabilitation und ein fortschreiten der Gewebeschädigung der betroffenen Gehirnabschnitte zu verhindern, ist elementar wichtig. Wir arbeiten seit vielen Jahren telemedizinisch mit dem Universitätsklinikum Jena zusammen, so dass alle wichtigen neurologischen und rehabilitativen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Innerhalb unserer kardiologischen Abteilung suchen wir nach Ursachen des Schlaganfalls, wie beispielsweise ein Vorhofflimmern, ein Scheidewanddefekt, eine Endokarditis oder ein Myxom und behandeln diese.
Herzrhythmusstörungen
Bei Herzrhythmusstörungen schlägt das Herz unregelmäßig, zu schnell oder zu langsam. Mögliche Ursachen sind:
- eine gestörte Leitung der elektrischen Impulse des natürlichen Schrittmachers, des Sinusknoten
- eine gestörte Funktion des Sinusknoten
- eine angeborene zusätzliche elektrische Leitungsbahn mit anderen Eigenschaften,
- Impulsgaben von anderen Orten des elektrischen Erregungsleitungssystems
- elektrische Kurzschlüsse zwischen benachbarten Arealen
Therapie
Wir behandeln Vorhofflimmern, die häufigste Herzrhythmusstörung, medikamentös im Rahmen einer Rhythmuskontrolle oder Frequenzkontrolle und mittels Kardioversion. Dabei erfolgt in einer Kurznarkose ein kurzer elektrischer Impuls von außen durch die Brustwand.
Wir implantieren alle Arten von Herzschrittmachern und AICDs (Defibrillatoren) und Resynchronisationsdevices (CRT-P, CRT-D) sowie LBB-Schrittmacher und miniaturisierte Schrittmacher, also sondenlose intrakardiale Schrittmacher, bei entsprechender medizinischer Indikation.
Herzinsuffizienz
Eine Herzinsuffizienz, oft auch als Herzschwäche bezeichnet, ist keine eigenständige Krankheit, sondern die Folge einer bestehenden Schädigung des Herzens. Wenn das Herz es nicht mehr schafft, den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen, äußert sich das häufig durch Leistungsminderung, Atemnot bei Belastung oder Wassereinlagerungen in den Beinen. Da sich hinter diesen Beschwerden ernste Ursachen verbergen können, ist eine Herzschwäche ein akut abklärungsbedürftiges Symptom, das immer zeitnah von einem Arzt untersucht werden muss. Je früher die Ursache gefunden wird, desto besser lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten.
Häufige Ursachen sind:
- Koronare Herzkrankheit (KHK): Verengungen der Herzkranzgefäße, oft nach einem Herzinfarkt.
- Bluthochdruck: Chronisch hoher Druck belastet und verdickt den Herzmuskel dauerhaft.
- Herzklappenfehler: Undichte oder verengte Ventile zwingen das Herz zu permanenter Mehrarbeit.
- Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Häufig ausgelöst durch verschleppte Virusinfektionen.
- Herzrhythmusstörungen: Ein dauerhaft unregelmäßiger oder zu schneller Schlag (wie Vorhofflimmern) schwächt das Herz.
Diagnose
Um die Ursache für die Herzschwäche herauszufinden, kommen verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz:
- Ultraschall des Herzens (Echokardiographie): Die wichtigste Untersuchung, um die Pumpleistung und die Klappenfunktion direkt sichtbar zu machen.
- Elektrokardiogramm (EKG): Ruhe-, Belastungs- oder Langzeit-EKG zur Überprüfung von Rhythmusstörungen.
- Blutuntersuchung: Bestimmung des Laborwerts NT-proBNP (einem Dehnungsmarker des Herzens) sowie von Nieren- und Schilddrüsenwerten.
- Herzkatheteruntersuchung: Zur genauen Darstellung der Herzkranzgefäße bei Verdacht auf Durchblutungsstörungen.
Therapie
Akuttherapie: Im Falle einer plötzlichen Verschlechterung (akute Herzinsuffizienz) steht die Entlastung des Herzens im Vordergrund. Dies geschieht meist im Krankenhaus durch die Gabe von entwässernden Medikamenten (Diuretika) über die Vene, Sauerstoffzufuhr und eine engmaschige Überwachung der Kreislaufwerte.
Dauerhafte medikamentöse Therapie: Die moderne Basistherapie ruht auf vier Säulen, die das Herz entlasten und das Leben verlängern:
- ACE-Hemmer / ARNI (z. B. Ramipril oder Sacubitril/Valsartan) zur Gefäßerweiterung.
- Betablocker (z. B. Bisoprolol) zur Beruhigung und Senkung der Herzfrequenz.
- Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten / MRA (z. B. Eplerenon) zur sanften Entwässerung und Gewebeschonung.
- SGLT2-Inhibitoren, die ursprünglich aus der Diabetestherapie stammen und das Herz nachweislich schützen.
Mechanische Unterstützungssysteme: Reichen Medikamente bei einer schweren Herzschwäche nicht mehr aus, kommen technische Hilfen zum Einsatz. Dazu gehören implantierbare Schrittmachersysteme wie CRT-Systeme (zur Synchronisation des Herzschlags) und Defibrillatoren (ICD) zum Schutz vor dem plötzlichen Herztod.
In fortgeschrittenen Stadien, und erst hier endet unser Angebotsspektrum, können mechanische Herzunterstützungssysteme (VAD / Kunstherzen) die Pumpfunktion vorübergehend oder dauerhaft übernehmen. Dazu wäre eine kardiochirurgische Operation in Bad Berka oder Jena erforderlich.
Ihr Kontakt zu uns
- 03628 919-161