Wie die Gefäßmediziner der Ilm-Kreis-Kliniken mit der transarteriellen periartikulären Embolisationstherapie (TAPE) bei Gelenkschmerz helfen
Seit einigen Jahren war für Kathrin Kühr laufen oder Treppen steigen nur noch unter Schmerzen möglich. Und auch das lange Stehen im Job als Verkäuferin war für sie zunehmend eine Qual. Dass ihre Knie nicht mehr ganz gesund sind, weiß sie spätestens seit einer Kniearthroskopie. Sie selbst dachte lange Zeit, ihre Schmerzen kämen von einer Krampfader. „Eine Bekannte hat mir empfohlen, einmal einen Termin in den Ilm-Kreis-Kliniken bei Chefarzt Benli zu machen“, erinnert sich die Arnstädterin. Ilhami Benli, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie konnte in seiner Sprechstunde die Krampfader als Ursache für die Schmerzen ausschließen. Stattdessen riet er Kathrin Kür zu einer transarteriellen periartikulären Embolisationstherapie, kurz TAPE. Dabei handelt es sich um eine moderne minimal-invasive Technik, die bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates und der Gelenke zum Einsatz kommt.
„Nach einer örtlichen Betäubung führen wir eine Sonde über die Leiste zum Kniegelenk ein und verschließen temporär krankhaft neu gebildete Gefäße, die sich in Gelenknähe befinden“, erklärt Chefarzt Ilhami Benli. „Die vorübergehend reduzierte Durchblutung mildert die lokale Entzündungsreaktionen und führt so zu einer Linderung der Schmerzen“, so der Mediziner weiter. Der Eingriff dauert in der Regel nicht länger als 30 Minuten. Anschließend ist noch für 24 Stunden ein Druckverband notwendig. „Unsere Patienten sind nach der Behandlung schnell wieder auf den Beinen und können nach einer Woche wieder ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen“, betont Ilhami Benli. Kathrin Kühr kann dies nur bestätigen, bereits einen Tag nach ihrem Eingriff läuft sie mit dem Chefarzt eine Runde über die Station. Und nicht nur das. „Ich kann wieder schmerzfrei laufen, Treppen steigen und selbst beim Stehen habe ich fast keine Schmerzen mehr, gerade in meinem Job als Verkäuferin, essentiell“, freut sich Kathrin Kühr. „Mir wurde nicht nur mit meinen Schmerzen geholfen, sondern mir wurde auch als Angstpatientin von der Minute an, wo ich den Termin gemacht habe, über die Aufnahmen bis zum Eingriff immer einfühlsam begegnet und die Angst genommen, für mich die beste Entscheidung das hier machen zu lassen“, fügt die 57-jährige an. Im Oktober wird sie wieder zu Ilhami Benli kommen, um auch das andere Knie behandeln zu lassen.
Ebenso wie Kathrin Kür hatte auch Jens Wächter zuvor noch nie etwas von dieser Möglichkeit der Schmerzbehandlung gehört. Nicht zuletzt durch seinen Beruf in der Schädlingsbekämpfung, wo viel bücken und auf Leitern steigen an der Tagesordnung sind, haben seine Knie Schaden genommen. Einigen Knieoperationen hat er sich schon unterzogen. „Dieses dumpfe Schmerzgefühl, blieb aber“, erinnert er sich. Ein glücklicher Zufall brachte ihn in die Sprechstunde von Chefarzt Ilhami Benli. Seine Schwiegermutter war ebenfalls Patientin in der Gefäßchirurgie, erfuhr so von dieser Behandlungsmethode und erzählte ihrem Schwiegersohn davon. Anfang August erfolgte dann der rund 20minütige Eingriff. „Es ist überhaupt kein Vergleich“, berichtet Jens Wächter freudig. „Ich würde sagen, etwa 90 Prozent von diesem dumpfen, ständigen Schmerz sind weg, auch Treppen steigen und hinknien habe ich vorhin mit meiner Frau schon erfolgreich probiert, ich kann es nur empfehlen“, erzählt der 59-jährige zufrieden. Jens Wächter ist sich darüber bewusst, dass die Abnutzungserscheinungen in seinem Knie nicht umkehrbar sind, „dennoch hoffe ich, dass die Knieprothese dank dieser Behandlung noch eine Weile auf sich warten lässt“
Die transarterielle periartikuläre Embolisationstherapie kann bei allen Gelenken zum Einsatz kommen. In den Ilm-Kreis-Kliniken kommt sie überwiegend bei Schmerzen der Knie-, Hüft oder Schultergelenke zum Einsatz.