Fünf Schülerinnen aus Geraberg widmeten sich in ihrer Projektarbeit einem ganz besonderen Thema. Sie lernten bei den Näherinnen im Handarbeitshaus Ilmtal Herzkissen für Brustkrebspatientinnen herzustellen. Bevor es ans Nähen ging stellten sie zunächst unter Anleitung von Katja Becker die Schablonen her, wählten die Stoffe für die Kissen aus und schnitten alles zu. „Die Herzkissen sind einfach ein tolles Projekt“, sind sich die Mädchen einig. Und so begleiteten sie im Frühjahr diesen Jahres Katja Becker auch bei der Übergabe der Herzkissen an das Team der Frauenheilkunde. Damals konnten sie direkt hören was die Herzkissen für die erkrankten Frauen in dieser sensiblen Zeit bedeuten. Die Herzkissen erhalten die Frauen nach einer Operation. Unter die Achsel geklemmt, dient es dazu Schmerzen und Schwellungen zu lindern. Doch das Kissen ist für viele Frauen eben mehr als dass – es ist dieses Zeichen der Zuwendung und Fürsorge, was so guttut.
Schnell stand für die Mädchen fest, sie wollen noch mehr tun. Sie begannen viele kleine Herzen zu nähen und boten diese unter dem Motto „Ein kleines Herz für ein Großes“ bei verschiedenen Veranstaltungen gegen eine Spende an. Auf diese Weise haben sie knapp 1000 Euro gesammelt. Ein Teil des Geldes spendeten sie an eine Krebsstiftung. Für den Rest kauften sie Füllstoff für die Kissen und einen Gutschein für Stoff. Die Übergabe fand passend zum Thema auf der Station der Frauenheilkunde in den Ilm-Kreis-Kliniken statt. Nicht nur Katja Becker war von dem tollen Engagement der Schülerinnen gerührt. Dr. med. Christine Stapf, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, ist von dem Einsatz der Mädchen ebenfalls begeistert. „Nach wie vor wird wenig über das Thema Brustkrebs gesprochen, für viele Frauen ist es immer noch schambesetzt“, berichtet die Mediziner. „Wie schön ist es zu sehen, wenn sich bereits junge Mädchen darüber Gedanken über so ein wichtiges Thema im Bereich der Frauengesundheit. Je besser wir auch mit Blick auf Vorsorgen aufklären können, umso schneller werden Veränderungen erkannt und kann den Frauen geholfen werden“, so Dr. med. Christine Stapf, die passenderweise nur eine Stunde später über das Thema Brustkrebs in einem Vortrag informieren wird. „Wir wollten einfach helfen und den Frauen zeigen, dass sie nicht allein sind“, sagt Rosalie Linck. Ihre Freundinnen nicken zustimmend. Die Näherinnen vom Handarbeitshaus werden weiterhin Herzkissen für Brustkrebspatientinnen nähen und diese in regelmäßigen Abständen vorbeibringen. Zum Schluss dankte Dr. med. Christine Stapf auch noch herzlich dem engagierten Team vom Handarbeitshaus Ilmtal, die seit fast 20 Jahren regelmäßig Herzkissen spenden.