Seit vielen Jahren machen sich die Frauen des Handarbeitshauses Ilmtal auf den Weg nach Arnstadt. Immer im Gepäck: Liebevoll, in Patchwork-Technik gestaltete Herzkissen. In diesem Jahr durfte sich das Team der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe über 77 solcher Kissen freuen. Die Kissen werden an Brustkrebspatientinnen ausgegeben. Unter die Achsel geklemmt helfen sie nach einer Operation Schmerzen und Schwellungen zu lindern. Für viele Frauen sind die Kissen allerdings noch viel mehr, weiß Oberärztin Dr. med. Pia Unthan zu berichten: „Die Frauen nehmen die Kissen als liebevolle Geste in einer schwierigen Zeit wahr und sind sehr dankbar dafür.“ Die Kissen können die Frauen mit nach Hause nehmen. „Manche können das gar nicht glauben und sind sehr gerührt“, erzählt die Ärztin. Fachkrankenschwester Heike Aysche ergänzt: „Auch wir sind dankbar, wenn wir die Kissen austeilen und den Frauen somit eine Freude machen können – wir schauen auch immer, welches Muster zu welcher Patientin passt“. Je nachdem wie kleinteilig das Patchwork ist, brauchen die Näherinnen zwischen 30 und 60 Minuten für ein Kissen. Dank der Spendenaktion „Ein kleines Herz für ein Großes“, die eine Gruppe Schülerinnen aus Geraberg Ende letzten Jahres durchgeführt hat, sind die Frauen für das nächste Jahr erstmal mit ausreichend Füllmaterial versorgt. Das Repertoire der Nähgruppe zählt neben den Herzkissen auch kleine Handarbeiten für Kindergärten, geistig beeinträchtigte Säuglinge oder Demenzkranke. Dankbar für die Unterstützung sind die Menschen überall. Das ist es auch, was die Näherinnen antreibt und motiviert, berichtet Katja Becker. Sorge bereitet dem Handarbeitshaus gerade etwas anderes: In ihren bisherigen Räumlichkeiten können sie nicht bleiben. Bis Ende Mai müssen sie alles umgezogen haben. Wer den Näherinnen dabei helfen kann oder selbst mitmachen möchte, kann sich sehr gern unter der 03629 80 29 23 an Katja Becker wenden.